Gedanke 137

« Er ging dort in das Himmelreich wie ein Hausvater. » (Mt 20,1) Die lateinische Bibel bezeichnet diesen « Hausvater » als pater familias. Das Himmelreich ist auf diese Weise die Geschichte eines Familienvaters, der sich frühmorgens erhebt, wenn die Menschen ihre...

Gedanke 136

Joseph hatte die Absicht, sich von der hl. Jungfrau zu trennen (cf. Mt 1,19). Man nimmt oft an, dass er sich dabei geirrt hat. Niemand verurteilt jedoch einen Mann, dessen Verlobte schwanger ist ohne sein Wissen. Joseph ist hier durchaus sympathisch, man versteht,...

Gedanke 128

Mit Poetik bezeichnet man die Arbeit des bildenden Künstlers, des Dichters und der Väter. Sie besteht in der diskreten und schweigenden Darstellung dessen, was noch nicht da war oder was man nicht sehen kann. Der Künstler ist derjenige, der die inneren Kräfte der...

Gedanke 127

Es gibt viele Bilder, die Jesus in der väterlichen Werstatt darstellen. Die großen neugierigen Augen des Kindes entdecken in jeder Bewegung Josephs die Liebe zu einer sorgfältigen Arbeit, aber auch den Eifer zur Errichtung des Königreichs Gottes. Sankt Joseph hat in...

Gedanke 126

Ein Leben wie in Nazareth ist eine Aufforderung und eine Wahl. Sankt Joseph war mit seiner Familie nach Ägypten ausgewandert. Dort unten war das Leben hart, aber zu ertragen. In der jüdischen Gemeinschaft brauchte man Durchsetzungskraft. In der Hauptstadt der...

Gedanke 125

Die Tradition berichtet, dass Gott seinem Volk die ersten beiden Gebote gab, dass aber dieses Volk, von Schrecken ergriffen vor der göttlichen Majestät und der gewaltigen Macht dieser Rede, Moses bat, in Zukunft sein Vermittler zu sein (cf. Ex 20,19). Daher erhielt...

Gedanke 124

Keusches Herz des hl. Joseph, wie formbarer Ton in den Händen des Töpfers ; Keusches Herz des hl. Joseph, gereinigt im Feuer des hl. Geistes, gestärkt durch den Brennofen der Passion ; Keusches Herz des hl. Joseph, in dem sich Gerechtigkeit erhebt wie der Morgen ;...

Gedanke 123

Ein Gang mit gedämpftem Schritt durch das Halbdunkel des Magritte-Museums … Der Surrealismus, so liest man auf den düsteren Mauern, besteht darin, den Geist des « déjà vu « , des « schon Bekannten », zu verbannen und den Geist « des noch nie Gesehenen » zu suchen. Im...

Gedanke 122

Am Beginn des Buches « Genesis » wird Noah als « gerecht » bezeichnet (cf. Gn 6,9), denn er mußte das bewerkstelligen können, was nötig war für eine Erneuerung der Welt. Er hat diese ungeheure Aufgabe bewältigt, er hat die Ernährung all der unterschiedlichen Tierarten...

Gedanke 121

Sankt Josef steht im Mittelpunkt des größten und schönsten Geheimnisses: der Heiligen Dreifaltigkeit. Als der Engel Josef offenbart, dass der Heilige Geist in der Mutterschaft der Heiligen Maria wirkt (Mt, 1,20), macht er tatsächlich viel mehr, als den Heiligen Geist...