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Carterie

Artisanat monastique

Gedanke 94

Es ist eine befremdliche und zähe Illusion zu glauben, man könnte sein Leben kontrollieren.
Wir bemühen uns sehr, diese grundlegende Wahrheit zu verdrängen: unser Leben geht nicht nach unserem Willen. Es geschieht ein Unglück, es kommen Leidenszeiten, und unsere unerträgliche Bedürftigkeit lehnt sich auf gegen unsere enttäuschten Vorstellungen. Aber auf Erden ist die Zeit der Erwartung, des Adventes. Es erinnert uns daran, dass das geistliche Leben sich nur als Vorabend versteht.

Oder welchen Einfluss hat man selbst auf Ereignisse, wenn man einen Freud erwartet? Alles hängt von ihm ab, von den Umständen seiner Reise, von der Art, wie er seine Ankunft plant. Dieses anzuerkennen und zu üben ist nicht einfach, es ist nicht nur eine Frage der Geduld, sondern auch eine Übung der Demut und der Beherrschung der Phantasie. Solches Warten ist die Zeit,in der sich im Inneren die Freude auf die Begegnung vorbereitet.

Sie ist die Fülle des Wohlwollens gegenüber dem anderen, die freudige Akzeptanz solcher Abhängigkeit, die Öffnung des Herzens für Austausch in Rede und Schweigen. Das vollkommene Schweigen zwischen Maria und Joseph, Joseph schweigsam und Maria schweigend. Und Jesus in ihrer Mitte, vollkommen glücklich, derart erwartet zu sein.

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