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Carterie

Artisanat monastique

Gedanke 32

Können Sie sich an eine Nacht unter freiem Himmel erinnern?

Eine Nacht, in der man unmöglich schlafen kann, denn schon der Gedanke, sie auch nur für einen Augenblick im Stich zu lassen, ist abscheulich.

Am Ende einer solchen Nacht, in der sich die Sinne am frischen Duft der Birken berauschen, am Wohlgeruch der von der Hitze ermatteten Erde und
an den behutsamen Spielen der Nachttiere – am Ende einer solchen Nacht kommt der umwerfende Moment der Morgendämmerung, der schwindelerregende und freudenreiche Augenblick der Grenze zwischen Nacht und Tag.

Bei angehaltenem Atem ist alles nur Schweigen.

Das Gespanntsein beim vollkommenen Zuhören erfüllt die Herzen und lässt alles Grübeln auszusetzen.

Für die Welt der Nacht stellt sich die Gewissheit ein, dass es Zeit ist zu verschwinden und auch die geheimnisvolle Freude, dass das Tageslicht
hervorbricht.

In der Spanne eines Augenblicks, in der Tiefe einer Schweigeminute wird das bis dahin ausgesetzte Leben plötzlich erneut sichtbar.

Alles jubelt und singt. In einem einzigen Choral künden die Tagesvögel die ersten Strahlen des wiedergefundenen Lichts.

Zwischen Altem und Neuem Testament erweckt der Heilige Joseph seinem Sohn so viele Parabeln, in denen dieser das geheime Beispiel sein wird.

Joseph ist derjenige, der Herzensfrieden und stilles Sehen besitzt, dazu ein Hören auf das Körperliche und Seelische, das seit Ewigkeiten wirkt und
Tag für Tag im täglichen Leben gegenwärtig ist.

Weiser Joseph, dessen Herz von keiner andern Sorge und auch Gewissheit erfüllt ist, als der : das Heil über der schlafenden Welt aufzurichten.

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