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Gurdjieff, Georg Iwanowitsch

Georg Iwanowitsch Gurdjieff wurde 1865 oder 1866 in Georgien (genauer, in Alexandropol, einer russischen Stadt an der äußersten Grenze Persiens) geboren. Seine Familie war griechischen Ursprungs. Man weiß wenig von seinen frühen Jahren, über die er in seiner Autobiographie «Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen» einiges in «mythischer» Form erzählt. Nach ausgedehnten Reisen, bei denen er mit orthodoxem Christentum, Buddhismus und Islam in Kontakt kommt, gründet er in Tiflis sein «Institut für die harmonische Entwicklung des Menschen» (Institut pour le Développement Harmonique de L’Homme). Die unsicheren politischen Umstände in Rußland bringen ihn dazu, nach Konstantinopel, dann nach Berlin, England und schließlich nach Fontainebleau ins Exil zu gehen, wohin er 1922 sein Institut überführt (Prieuré d’Avon). 1949 stirbt er in Paris. Sein literarisches Schaffen setzt nach 1925 ein; Gurdjieff vereint dort (wie er es ebenfalls gern in seiner mündlichen Lehrtätigkeit und in seinem täglichen Leben tat) Provokation, Humor und Frechheit; er versucht so, die gewöhnliche Denkweise seines Gegenübers umzustürzen, um ihn zum «Erwachen» zu führen.

Seine Lehre wurde vor allem durch das Werk «Auf der Suche nach dem Wunderbaren – Fragmente einer unbekannten Lehre» des Mathematikers Ouspensky bekannt, der einer seiner Schüler war (1949 in französischer Sprache, später auch in deutsch veröffentlicht). Die Lehre Gurdjieffs war sowohl theoretisch als auch praktisch. Sie gründete in einer Meister-Schüler-Beziehung und kann nur in solch einem Zusammenhang erfaßt werden. Neben der Meditation nehmen manuelle Arbeit, Musik und Tanz eine wichtige Stellung ein; er bezeichnete sich selbst als «Meister des Tanzes». Das Ziel der Gesamtheit der (die «Arbeit» genannten) Übungen besteht in der allmählichen Umwandlung des Bewußtseins vom eigenen Körper: «Wir gehen von der Tatsache aus, daß der Mensch sich selbst nicht kennt, ja, daß er nicht ist.»

Seine Lehre ist im wesentlichen initiatisch und gnostisch; tief pessimistisch läßt er keinerlei äußere Hoffnung gelten: der Mensch muß alles in sich selbst finden, indem er eine Freiheit freilegt, die unter aller Konvention verschüttet liegt.